AktuellesNeues aus der Bürgerschaft
Senatorin Renate Jürgens-Pieper in der Bremischen Bürgerschaft
Die Entwicklung der Ganztagsschule und Perspektiven der Beruflichen Bildung im Land Bremen standen auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung der Bürgerschaft. Beide Themen waren große Anfragen der Fraktion der CDU. Im Folgenden sind die Anfragen an den Senat und die Antworten zu lesen.
1.Entwicklung von Ganztagsschule im Land Bremen
Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper hob in ihrer Rede vor der Bürgerschaft hervor, dass Ganztagsschulen mehr Lernzeit für Kinder bieten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten. Das Ziel der Einrichtung von 12 neuen Ganztagsschulen innerhalb dieser Legislaturperiode habe die rot-grüne Koalition erfüllt. „Mit dem Ganztagsschulverband wollen wir nun in einer Fachtagung Bilanz ziehen.“ Es sei die Frage zu klären, ob dem Bedarf im Stadtteil oder der Entscheidung der Kollegien in den Schulen Vorrang gegeben werden solle, wenn flächendeckend ein Netz von Ganztagsschulen vervollständigt werde. Für die Grundschulen seien aus ihrer Sicht offene Modelle für den Ganztag geeignet. Dies wünschten auch viele Eltern. Außerdem sollen in Gesprächen mit dem Ganztagsschulverband und dem Personalrat Schulen die Fragen von Trägerschaft und von unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen beraten werden.
Anfrage und Antwort des Senats (pdf, 96.3 KB)
2. Perspektiven Beruflicher Bildung
„Die Beschreibung der Ist-Situation zeigt, dass wir in der Beruflichen Bildung gut aufgestellt sind“, sagte Senatorin Renate Jürgens-Pieper und führte den jüngsten Bildungsmonitor des Instituts für Deutsche Wirtschaft in Köln an, in dem Bremen den ersten Platz beim Übergang von Schule in Beruf belege. Dabei werde aber nur auf die „Systemleistung“ geschaut, das heißt die Zahl der Absolventen bundesweit verglichen. „Wir haben aber im beruflichen Bereich ebenso wie im schulischen noch große Leistungsprobleme“, sagte die Senatorin. Der Bildungsmonitor habe Schülerleistungen nicht berücksichtigt. Diese zu verbessern, sei eine große Herausforderung. Außerdem gebe es Sanierungsprobleme an Beruflichen Schulen. Die Nachwuchsgewinnung für Lehrerinnen und Lehrer für Metall- und Medienberufe müsse verstärkt werden. Ziel sei es auch, das Übergangssystem von Schule in Berufsausbildung so weiterzuentwickeln, dass Zwischenschritte wie das Berufsvorbereitende Jahr reduziert werden.
Anfrage und Antwort des Senats (pdf, 142.4 KB)
Rede der Senatorin in der Bürgerschaft (pdf, 17.1 KB)
Prof. Dr. Andreas Hinz stellte seinen Index für Inklusion im Stadtgespräch vor
Prof. Dr. Andreas Hinz zu Gast im Haus der Wissenschaft in Bremen
Außergewöhnlich gut besucht war das zweite Stadtgespräch zum Thema Inklusion im Haus der Wissenschaft. Prof. Dr. Andreas Hinz, Professor für allgemeine Rehabilitations- und Integrationspädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, stellte den Index für Inklusion vor. Er hat ihn 2002 gemeinsam mit seiner Frau Ines Boban aus dem Englischen ins Deutsche übertragen, seither weiterentwickelt und in zahlreichen Schulen in Sachsen-Anhalt getestet. Der Index weitet den Begriff der Inklusion aus. „Sonderpädagogischer Förderbedarf“ wird durch „Hindernisse für Lernen und Teilhabe“ ersetzt. Für Schulen enthält der Index nützliche Indikatoren und Fragen. Damit wird es möglich, Selbstevaluation umzusetzen und ein inklusives Schulprogramm zu entwickeln.
Der Index für Inklusion (pdf, 733.9 KB)
Eine Oberschule für Schwachhausen
Mustafa Güngör (von links), bildungspolitischer Sprecher der SPD, gemeinsam mit Bidungssenatorin Renate Jürgens-Pieper und Otto Bothmann, Leiter der Schulaufsicht, vor dem Gebäude Am Barkhof
Das Gebäude Am Barkhof, Parkallee, soll -vorbehaltlich der Zustimmung der Deputation für Bildung - ein neuer Oberschulstandort für Schwachhausen werden. Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper entspricht damit den Wünschen vieler Eltern, die sich in der Initiative Schwachhausen zusammengeschlossen haben. Auch der Beirat hat die Einrichtung einer Oberschule für Schwachhausen mehrfach gefordert. Jürgens-Pieper: „Damit erhoffen wir uns eine Entspannung beim Übergang von Klasse 4 nach Klasse 5, weil es in Schwachhausen bislang kein solches Angebot gibt und die Eltern in andere Stadtteile drängen.“ Das Gebäude Am Barkhof war bis 1990 ein Gymnasium und beherbergt derzeit Einrichtungen der Universität. Wie deren Rektor Prof. Wilfried Müller erklärte, sollen die 100 Mitarbeiter, die in dem Gebäude beschäftigt sind, auf das Gelände der Universität umziehen. Die Oberschule Am Barkhof nimmt ihren Betrieb am 1. August 2011 auf und beginnt dreizügig im fünften Jahrgang.
Senatorin Jürgens-Pieper wünscht Schulen einen guten Start
Bildungssenatorin Jürgens-Pieper stellte sich den Fragen der Medien
Zum Start des neuen Schuljahres 2010/2011 sagte Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper während einer Pressekonferenz: „Die Schulreform in Bremen hat im Unterschied zu anderen Bundesländern in Bremen breite Akzeptanz gefunden. Weitere 15 Schulen des Sekundarbereichs I starten auf eigenen Antrag freiwillig als Oberschulen.“ Damit seien bereits 24 von insgesamt 29 Schulen auf dem Weg zu Oberschulen. Diese ermöglichen gemeinsames Lernen aller Kinder, bieten alle Abschlüsse und den Weg zum Abitur nach 9 Jahren an. Beim vorausgegangenen Anwahlverfahren von Klasse 4 nach 5 haben sich zudem 60 Prozent der Eltern für eine Oberschule oder Gesamtschule entschieden. Alle Daten, Zahlen und Fakten zum neuen Schuljahr finden Sie
hier (pdf, 70.3 KB)
Ausstellung Zukunft der Energie eröffnet
Staatsrat Carl Othmer (von links), Ausstellungsleiterin Maria Stratemeier und Prof. Dr. Gerold Wefer vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaft der Universität Bremen beim Rundgang durch das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft.
Wie funktioniert ein Solarkraftwerk und wie können alternative Energien genutzt werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die diesjährige Ausstellung „Die Zukunft der Energie“ auf der MS Wissenschaft, die in Bremen wieder vor Anker liegt.
Das 105 Meter lange Binnenfrachtschiff ist mit 35 Exponaten ausgestattet, die auf anschauliche Weise verdeutlichen, wie Energie gewonnen werden kann. Die Exponate kommen direkt aus Instituten, die sich mit Energieforschung beschäftigen. Die Ausstellung wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie weiteren Partnern.
Wie Sonnenenergie gewonnen wird, wird dem Besucher auf der MS Wissenschaft dann auch gleich anhand eines Exponates verdeutlicht. Ein Turmkraftwerk erzeugt Strom aus Sonnenenergie. Mehrere 100 bis 1000 Spiegel sammeln auf einer Fläche, die dreimal so groß wie ein Fußballfeld ist, Sonnenstrahlen ein und konzentrieren diese auf einen Punkt am oberen Ende des Turmes. So entsteht eine enorme Hitze von 800 bis 1300 Grad Celsius, aus der dann Strom erzeugt werden kann.„Die Ausstellung auf der MS Wissenschaft bietet mit ihren unterschiedlichen Exponaten Forschung zum Anfassen“, sagte Carl Othmer, Staatsrat für Bildung und Wissenschaft, bei einem Rundgang auf dem Schiff und lobte die unterschiedlichen Ausstellungsstücke. „Ich hoffe, dass sich so noch mehr junge Menschen für ein Studium der mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächer interessieren werden“, so der Staatsrat.
Neuer Messestand zur Berufsorientierung
Der Messestand auf der "horizon"
Die Bildungsbehörde präsentierte sich jetzt zum ersten Mal mit einem neuen Messestand auf der Berufsorientierungsmesse „horizon“. Unter dem Label „Gesucht – Lehrkraft für Bremen“ wurden studieninteressierte junge Menschen über die Möglichkeiten und Chancen eines Lehramtstudiums informiert. In enger Kooperation mit der Universität Bremen und dem LIS (Landesinstitut für Schule) wurden insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund und Männer für das Lehramt Grundschule umworben. Die besonders guten Berufsaussichten für jetzige Studienanfänger führten zu einer regen Nachfrage der individuellen Beratung durch die Vertreter und Vertreterinnen der unterschiedlichen Institutionen. Der nächste Messeauftritt ist für den 22./23.9. auf der „Vocatium“-Messe im Pier 2 geplant.
Dritter Oberschulstandort für Gröpelingen auf den Weg gebracht
Schulleiterin Christel Bothmann (links) und Ilka Töpfer (Landesinstitut für Schule) erhielten von Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper den Gründungsauftrag.
Die Schule am Oslebshauser Park wird sich von einem Förderzentrum zu einer Oberschule entwickeln. Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper übergab Schulleiterin Christel Bothmann und Ilka Töpfer (Landesinstitut für Schule) jetzt die Gründungsurkunde. Die Projektgruppe wird ein Konzept mit reformpädagogischem Ansatz entwickeln und alle Schülerinnen und Schüler aufnehmen. Alle Abschlüsse der Sekundarstufe I sollen erreichbar sein. Das Lernen an der Schule wird in Lernwerkstätten und Projekten organisiert. Ein wichtiges Instrument ist berufliche Bildung. Die Schule kann auf eine preisgekrönte Schülerfirma zurückgreifen und will auf die Bereiche Gastronomie, Büro und Verwaltung sowie Altenbetreuung orientieren. Die „Reformoberschule im Park“ will ihre Arbeit zum Schuljahr 2011/2012 aufnehmen. Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper: „Mit der Umwandlung eines Förderzentrums in eine Regelschule können wir bundesweit Furore machen“.
Erste Ausbildungskonferenz: Befragungsergebnisse in Bremen-Nord liegen vor
Ausbildungsleiter Nils Remme (Fa. Nehlsen) zusammen mit den Ausbildungsplatzsuchenden Dennis Allerheiligen, Philipp Rutkowski, Buket Kavlak, Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper, Dr. Götz von Einem (Leiter der Arbeitsagentur Bremen), Andreas Heinrichs (Bildungsbehörde), Jan-Luca Schwarz sowie der Azubine Ramona Gladys auf der 1. Ausbildungskonferenz in Bremen-Nord.
Von 357 Jugendlichen aus Abgängerklassen in Bremen-Nord, die einen Ausbildungsplatz anstreben, haben 258 Schülerinnen und Schüler bis jetzt noch keinen gefunden. Dies ist das Ergebnis der ersten Befragung von Schülerinnen und Schülern in Bremen-Nord, die nach den Osterferien stattgefunden hatte und Grundlage für die erste Ausbildungskonferenz war. Die Ausbildungskonferenz ist ein Pilotprojekt für die Region Bremen-Nord. Unternehmensvertreter, Kammern, Schulen, die Agentur für Arbeit, die BAGIS und andere beteiligten Institutionen hatten sich eigens in den Räumen der Firma Nehlsen GmbH & Co. eingefunden, um über das Ergebnis zu diskutieren und Wege aufzuzeigen, um noch mehr Jugendliche in Ausbildung zu bringen. Unter anderem wird die Agentur für Arbeit eine Telefon-Hotline einrichten, bei der sich suchende Jugendliche und Arbeitgeber, die Ausbildungsplätze anbieten, melden können. Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper warb bei den Unternehmen darum, sich derjenigen Jugendlichen anzunehmen, die noch ohne Ausbildungsplatz sind. Die Auswertung der zweiten Befragung wird auf der zweiten Ausbildungskonferenz am 15. Juni 2010 bekanntgegeben.
Servicetelefon-Ausbildungskonferenz: 0421/178-1444
Die Hotline ist geschaltet: Montag bis Donnerstag 8 bis 17 Uhr,
Freitag 8 bis 15 Uhr.
Kiwanis-Club fördert Nachhilfe-Projekt am Schulzentrum Rockwinkel
Gruppenfoto mit den Beteiligten am Schulzentrum Rockwinkel (von rechts) die beiden Kiwanis-Vertreter Dr. Jürgen Holstermann und Dr. Peter Lux, Senatorin Renate Jürgens-Pieper, Schulleiterin Irene Kogel. Foto: Roland Scheitz
Der Kiwanis-Club Bremen unterstützt am Schulzentrum Rockwinkel das Projekt Schüler helfen Schülern. „Wir zahlen die Honorare für die Schülerinnen und Schüler, die den Nachhilfeunterricht geben“, sagte Dr. Peter Lux, Mitglied im Vorstand des Bremer Clubs. 2000 Euro sollen im nächsten Schuljahr dafür zur Verfügung stehen. Kiwanis plant ein dauerhaftes Angebot, das verstetigt und bei Erfolg auf andere Schulen ausgeweitet werden soll. Kiwanis ist eine weltweite Organisation von Freiwilligen, die sich für das Wohl von Kindern und Jugendlichen einsetzt.
Wie Schulleiterin Irene Kogel berichtete, soll mit dem Geld auch eine Fortbildung für die Schülerinnen und Schüler, die Nachhilfe geben, ermöglicht werden. Außerdem wird das Angebot auf die Wilhelm-Focke-Oberschule ausgedehnt, mit der das Schulzerntrum Rockwinkel kooperiert.
Bildungssenatorin nimmt zu Privatschulen Stellung
In einer von der FDP beantragten aktuellen Stunde in der Bremischen Bürgerschaft hat Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper zur beabsichtigten Gründung zweier Privatschulen in Bremen Stellung genommen. Das Verwaltungsgericht hatte zuvor den Klagen der Initiatoren einer Freien Grundschule und einer Humanistischen Schule als Weltanschauungsschule stattgegeben. Das Urteil liegt der Bildungsbehörde noch nicht schriftlich vor. Senatorin Jürgens-Pieper betonte, dass sie die Begründung des Gerichts zunächst genau prüfen müsse und kündigte zugleich an, dass sie alle Rechtsmittel ausschöpfen will, um „zu verhindern, dass die Trennung unserer Kinder wie in vordemokratischer Zeit schon mit der Einschulung beginnt.“ In ihrer Rede vor dem Parlament zeichnete die Senatorin die historische Entwicklung des Paragraphen 7 des Grundgesetzes nach.
Vollständige Rede (pdf, 40.4 KB)
Das Gutachten zur Humanistischen Schule (pdf, 121.8 KB)
Ausbildungskonferenzen: Bremen-Nord wird Modellregion
Ergebnisse der drei Schülerbefragungen im Emsland
Das Problem ist längst bekannt: Einerseits fehlt es an Ausbildungsplätzen, um allen Jugendlichen eine Ausbildung bieten zu können, andererseits wird der Mangel an Fachkräften allen Voraussagen nach in den nächsten Jahren erheblich zunehmen. Die Anforderungen an Schulabgänger sind also nach wie vor hoch. Von der Entscheidung, in welche Richtung man gehen möchte, bis zum Bewerbungsverfahren gibt es viele Hürden. „Nicht jedem gelingt es, all diese Anforderungen gleich beim ersten Anlauf zu meistern“, sagt Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper. Besonders schwächere Schüler müssen beim Übergang von der Schule in die Ausbildung intensiver begleitet werden. Deshalb hat die Bildungssenatorin nun für Bremen-Nord eine Steuerungsgruppe eingesetzt, um möglichst vielen Schulabgängern einen Ausbildungsplatz zu vermitteln. Bremen-Nord soll für die Initiative zunächst Modellregion werden.
mehr (pdf, 87.5 KB)
Repräsentative Stichprobe zur Gewalt von Jugendlichen vorgestellt
Die Anwendung von Gewalt und die Gewalterfahrungen Jugendlicher in Bremen liegen verglichen mit anderen bundesdeutschen Großstädten im Durchschnitt oder sind sogar niedriger. Das ist ein Ergebnis der so genannten „Dunkelfeldstudie“ der Forschungsgruppe des Kriminologen Prof. Dr. Peter Wetzels vom Institut für Kriminalwissenschaften der Uni Hamburg. Professor Wetzels stellte Ergebnisse seiner Studie jetzt der Deputation für Bildung vor. Dunkelfeldstudien zur Gewalt befassen sich mit Gewalthandlungen, die anhand von offiziellen Statistiken wie etwa der Polizeilichen Kriminalstatistik (Hellfeld) nicht erfasst werden, weil sie nicht zur Anzeige gelangt sind.
Präsentation von Prof. Wetzels (pdf, 388.9 KB)
Studie Langform (pdf, 402.5 KB)







