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Ferienspezial mit den Olchis:
Geflüchtete lernen Sprache mit Tanz und Theater

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29.07.2019 - Lernen in den Ferien? Für rund 30 junge Geflüchtete und Neuzugewanderte im Alter von 7 bis 13 Jahren aus der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) Lindenstraße wurde das zwei Wochen lang zum Alltag. Sie nahmen am Ferienspezial "Die Olchis sind los" teil. Gemeinsam mit Scharajeg Ehsasian, Referentin für Migration bei der Senatorin für Kinder und Bildung, konzipierten Tanzpädagoge Ramadan Veliu und Sprachwissenschaftlerin Joanna Ermonies-Jargielo eine ganz besondere Kombination aus Tanz, Theater und Sprache. Zwei Lehrkräfte und drei Tanzpädagogen waren im Einsatz, um den geflüchteten und neuzugewanderten Kindern und Jugendlichen spielerisch die deutsche Sprache zu vermitteln und zusätzlich noch Choreografien und ein Theaterstück auf die Beine zu stellen. Als gemeinsame Grundlage diente das Buch "Die Olchis" von Eberhardt Dietl.

Zwei Wochen lang wurde jeden Werktag von 10 bis 13 Uhr emsig gelernt – natürlich mit viel Spaß und auch Zeit zum Toben. Hierfür haben sich alle Kinder morgens in der Grundschule Fährer Flur getroffen, die nur wenige Meter von der Erstaufnahmeeinrichtung entfernt ist, ein. Der Alltag im Camp kann gerade in den Ferien nicht aufregend genug sein für die jungen Bewohner. Umso besser, dass sie so täglich das Camp für das Ferienspezial verlassen durften. Bereits am ersten Tag bekam jedes teilnehmende Kind ein eigenes Exemplar der Geschichte geschenkt – für viele das erste deutschsprachige Buch, das sie besitzen. In der ersten Woche wurden kleine Szenen und Sketche eingeübt, aber auch die körperliche Fitness erprobt. Dabei sollte den Kindern auch die Angst vor Neuem genommen und ein spielerisches Kennenlernen ermöglicht werden. In einem zweiten Schritt hat die Gruppe im Deutsch-Unterricht gemeinsam die Geschichte der Olchis rekonstruiert.

Trotz sprachlicher Hindernisse lief die Umsetzung des Konzeptes sehr gut, denn die Kinder lernten parallel zum Lesen, wie man die verschiedenen Szenen in Tanz und Theater umsetzt. Zudem übten die jungen "Künstler", laut und klar zu sprechen. Anfangs noch eine Mutprobe für die Gruppe, aber mit der Zeit immer selbstverständlicher. Bereits nach einer Woche war eine erstaunliche Entwicklung in der Gruppe sichtbar. Innerhalb von zwei Wochen entstand dann in verschiedenen Arbeitsphasen ein fertiges Werk, auf das alle mächtig stolz sind. So stolz, dass sie zum Abschluss am 27.07.2019 mit großer Freude ihr Stück für Familien und Freunde auf der Bühne der Schule Fährer Flur aufgeführt haben.

Über das Format:
Sprache kann sich im Alltag und in Kombination mit Tanz und Theater besonders gut entwickeln. Bereits während der Sommercamps in Hepstedt und Verden, die es seit 2015 für Grundschüler des 3./4. Jahrgangs gibt, wurden sehr gute Erfahrungen mit diesem Konzept gemacht. Die Idee, eine Ferienschule in der EAE Lindenstraße anzubieten, wurde schon vor einiger Zeit geboren. Denn seit 2015 finden ähnliche Veranstaltungen und Ferienbetreuungen in den sogenannten Notunterkünften, wie der Hermann-Ritter Straße, der Ermlandstraße sowie der Lindenstraße, statt. Die Kinder waren immer begeistert und haben noch Wochen danach davon geschwärmt. Deshalb hat die Senatorin für Kinder und Bildung auch in diesem Jahr das Programm für die kleinen Bewohner angeboten, die demnächst in die Schulen kommen.